Unser Winteraltar ist fertig!

79D80E8D-FF86-461F-B105-229CDB27E198_1_105_c
Paul Trost, bildender Künstler (im Ruhestand) aus Neuburg an der Donau, hat das Altarbild für unseren Winteraltar im Gemeindehaus gemalt. Für umsonst!
Ich hatte vor ein oder zwei Jahren schon die Idee für ein Motiv für diesen Altar, nämlich „ein Fenster zum Himmel“ und unser Stefan Löhe hat das Möbel perfekt gebaut mit einer Art Fensterrahmen nach vorne. Ich dachte zuerst, da hinein müsse dann ein Bild von einem wundervollen Himmel, das Lust macht auf Weite und eine Vorstellung gibt von Größe und von Erhabenheit. Dann war aber ein Freund von uns zu Besuch, eben Paul Trost und machte mich darauf aufmerksam, wie traurig das ist und wie unpassend, einen Himmel so nah an der Erde - dass der Blick zu diesem Himmel nach unten gehen muss, wo er doch eigentlich nach oben gehen sollte. Meine Frau hatte dann die Idee, mit Worten zu arbeiten, mit einem prägnanten Satz zum Beispiel aus der Bibel oder aus der Theologie, und Paul Trost wollte am Ende mit dem möglicherweise wichtigsten Textschnipsel aus der Geschichte der Reformation zu arbeiten, „allein aus Gnade“.
„Allein aus Gnade“, „sola gratia“, ist möglicherweise die wichtigste Zusammenfassung der Theologie der Reformation. Das Motto nimmt das Anliegen der Reformatoren auf, wegzukommen von dem Fluch, sich die Erlösung verdienen zu müssen und es doch nie zu schaffen.
Während der Entstehung des Bildes hat Paul Trost mir von seinen Gedanken geschrieben:
„Ich hatte … die Idee, dass man den Himmel durch Abstraktion transformieren müsse, um mehr Aussage und Wesenhaftigkeit zu erreichen… Also, keine direkte Umsetzung von illustrativen, segelnden  Wolken, sondern strenge Aufteilung und abstrakte, blaue Farbgebung. Das Ganze bekommt dann mehr Wichtigkeit, würde die Formen des Raumes wiederholen mit der gegliederten Decke…“
Ein paar Tage später:
„Der Weg zur Abstraktion und Vereinfachung liegt nicht in einer bildlichen Darstellung, sondern in der Kombination von Schrift, Inhalt und farblicher Gestaltung… Blau kommt der
Abstraktion des Himmels am nächsten. Darauf kann man auch die Farbe der Schrift gut abstimmen, hell auf dunklerem Blau, die Schrift aber nicht weiß, sondern in einem sehr blassen Blau…“
Und noch etwas später:
„Ich bewege täglich immer wieder das Bildthema „... allein aus Gnade!“ Ich frage mich und beobachte, was es mit mir macht und wie es sich aus den verschiedenen Perspektiven verändert. Anfangs fragte ich mich, was sind dann all meine Bemühungen überhaupt wert? Wie klein muss ich denn noch werden? Jetzt verstehe ich die Aussage als Wegweiser, eine Hilfe zur Entscheidung, mich täglich für diese Gnade öffnen zu wollen.“
Das Gemeindehaus ist zur Zeit geschlossen, Sie können aber durch die Fenster in den Saal hineinschauen und das Bild betrachten.